Shanty-Chor Nordenham

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Nordwestzeitung vom 25.01.2010

Mit dem Shanty-Schiff auf großer Fahrt

 

Der Shantychor Nordenham und die Gruppe Breitling boten ein tolles Konzert. Sie begeisterten mit großer Vielfalt.

VON NORBERT HARTFIDer gut aufgelegte Shantychor Nordenham bot ein überzeugendes KonzertL

NORDENHAM – Schon beim Ablegen zeichnet sich ab, dass die Schiffsreise unter einem guten Stern steht. Die Besatzung ist bestens vorbereitet und bringt den Windjammer sicher und routiniert auf Fahrt. Auf hoher See meistern die Nordenhamer Matrosen gewaltige Stürme, umschiffen gefährliche Klippen mit Leichtigkeit und bleiben jederzeit klar auf Kurs. Als auf halber Strecke eine befreundete Crew aus Rostock an Bord kommt, wird die ohnehin schon prächtige Stimmung noch besser. Da ist es kein Wunder, dass die orkanerprobten Seeleute bei der Rückkehr im Heimathafen einen riesigen Beifall von ihren Freunden an Land erhalten. Genauso gelungen wie dieser Windjammer-Törn war der mit vielen Höhepunkten gespickte Konzertabend, den der Shantychor Nordenham und die Gruppe Breitling ihren rund 400 Gästen in der Stadthalle Friedeburg boten.

Finale mit „Mit Dudelsack- und Akkordeonmusik eröffnete die Gruppe Breitling ihren AuftrittDrunken Sailor“

Als Jürgen Bley, der gemeinsam mit Peter Kossak durch das Programm führte, das Finale ankündigte, hätte er sich den Hinweis auf eine mögliche Zugabe ruhig sparen können. Denn ohne Nachschlag hätte das begeisterte Publikum die beiden Chöre garantiert nicht von der Bühne gelassen. So stimmten die Nordenhamer und Rostocker Shanty-Spezialisten zum krönenden Abschluss einen Klassiker an, den alle Gäste mitsingen konnten: „Drunken Sailor“. Passend dazu übernahm Jürgen Lübben mit tiefer Tonlage den Part des „Whisky Johnny“. Das Wichtigste an sämtlichen Shantys ist der Rhythmus. Denn die alten Seemannslieder hatten vor allem die Aufgabe, die Besatzung bei eintönigen Arbeitsabläufen im Takt zu halten. Aber gleichzeitig war das gemeinsame Musizieren eine willkommene Abwechslung und der vorsingende Shanty-Man ein beliebter Entertainer an Bord. Die inhaltliche Themenvielfalt der überlieferten Stücke hält sich zwar in Grenzen – meistens geht es um Stürme, Frauen und Schnaps –, doch bei dem Konzert in der Friedeburg war trotzdem fr viel Abwechslung gesorgt. Hergen Endlich hatte als musikalischer Leiter des Shantychors Nordenham ein interessantes Programm arrangiert. Dirigiert von dem Multitalent Heinz-Jürgen Miek, der auch Gitarre spielte und mitsang, präsentierte der Chor eine Bandbreite von irischer Heimatsehnsucht („Fiddler’s Green“) und plattdeutscher Matrosenmoserei („De untofredene Seemann“) bis zur verwegenen Freibeuter- Hymne („Hullabaloo Balay“). Dankbar nahm das Publikum die Geschichten und Erklärungen auf, die Peter Kossak und Jürgen Bley zu den einzelnen Liedern vortrugen.

Überzeugende Vorsänger

In der Rolle des Vorsängers wechselten sich Otto Fegter, Jürgen Lübben, Hergen Endlich, Klaus Oberegger, Klaus- Ulrich Küpper, Peter Kossak, Heinz-Jürgen Miek und Hannes Miek ab. Sie allesamt überzeugten dabei. Ebenso überzeugend war die Instrumentalbegleitung, mit denen die Akkordeonspieler Herta Tien-Nobel, Karl-Heinz Roß und Gert Seggermann die 30 Sänger unterstützten. Ein Sonderlob hatten sich die Bühnenbauer um Klaus-Jürgen Küpper für die tolle Kulisse aus Reling, Mast und Segeltuch verdient. Auch die erstklassige Tontechnik trug zum Gelingen des Abends bei. In Sachen Vielfalt setzte die Gruppe Breitling, die den mittleren Teil des Konzerts gestaltete, noch eins drauf. Die 16 Rostocker marschierten unter Dudelsack- und Akkordeonklängen auf die Bühne, um aus dieser Startformation heraus eine beeindruckende Chorreise durch die Shanty- Welt zu unternehmen. Zwischenzeitlich fühlten sich die Zuhörer an einen Blues erinnert, dann an einen Folksong, später sogar an eine Polka. Und dann bewiesen die Rostocker auch noch, dass selbst Schlager („I wanna come home“) shantytauglich sind. Entsprechend variantenreich waren die souverän vorgetragenen Liedtexte auf Deutsch, Englisch, Russsisch, Französisch – und Altflämisch. Mehr Vielfalt geht beim besten Willen nicht.

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